Die richtige Steuerberatung finden

Die Bundessteuerberaterkammer führt für ganz Deutschland eine Liste aller Steuerberater, aus denen Sie sich ganz einfach Ihren zukünftigen Berater auswählen können. Fragen Sie bei der Wahl des Steuerberaters auch immer nach den Qualifikationen und Kenntnissen im Bereich der Photovoltaik.

Link zum bundesweiten Steuerberater-Suchdienst:

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Die wichtigsten Steuertipps

Häufig scheitert der letzte Schritt zur Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage an der Angst vor dem bürokratischen Aufwand. Mit dem Gedanken an die jährliche Steuererklärung scheint diese Hürde unüberwindbar hoch zu sein, weil das steuerliche Fachwissen fehlt und dadurch Unsicherheiten entstehen. Bei höheren Investitionskosten, wie bei einer PV-Anlage, fehlt dann verständlicherweise häufig die Sicherheit, etwas Richtiges zu tun. Die folgenden Steuertipps sollen Ihnen die Unsicherheiten nehmen und ganz allgemein in das Thema Steuer und Photovoltaik einführen:

1. Warum muss man sich als Photovoltaik-Betreiber überhaupt mit dem Thema Steuern auseinandersetzen?

Arbeitet man als abhängiger Arbeitnehmer in einem Unternehmen, wird vom Arbeitgeber jeden Monat ein individueller Steuerbetrag an das Finanzamt weitergeleitet. Einen Teil davon kann man sich mit einer Steuererklärung zurückholen. Bei den Einkünften einer Photovoltaik-Anlage (z. B. durch die EEG-Vergütung) gilt man jedoch als Selbstständiger und muss dem Staat grundsätzlich zunächst Steuern als Vorauszahlung leisten. Durch die Einspeisung ins Netz bezieht der Betreiber nämlich Einkünfte aus selbständiger Arbeit und gilt steuerlich vor dem Finanzamt nach der ersten Betrachtung als Gewerbebetrieb. Der vom Finanzamt erwartete steuerliche Gewinn eines Photovoltaik-Betreibers bleibt allerdings häufig aus und ohne steuerlichen Gewinn ist eine Steuererklärung häufig vermeidbar.

2. Der Unterschied: Steuerlicher Gewinn einer Photovoltaik-Anlage und der private finanzielle Vorteil

Es gibt viele Gründe eine PV-Anlage zu betreiben. Die wichtigsten Aspekte sind zum Beispiel: (1) Einsparung der privaten Strombezugskosten, (2) Strom aus nachhaltigen und erneuerbaren Energiequellen, (3) Unabhängigkeit von Netzbetreibern, (4) Steuern sparen durch Steuersparmodelle. Viele Anlagenbetreiber denken, dass der private finanzielle Vorteil mit dem steuerlichen Gewinn gleichzusetzen ist. Das ist falsch! Wie viele Stromkosten durch selbst produzierten PV-Strom eingespart wird, ist dem Finanzamt vollkommen egal. Für das Finanzamt ist lediglich das reine Einkommen entscheidend, das mit dem erzeugten Strom generiert wird. Das sind in der Regel die Einkünfte, die Sie durch die Netzeinspeisung verdienen. Dazu zählen sowohl der an den Netzbetreiber verkaufte Strom sowie der selbst genutzte Strom aus Ihrer Photovoltaik-Anlage. Können Sie dem Finanzamt durch Berechnungen vorweisen, dass Sie innerhalb der Abschreibungsdauer von 20 Jahren mit diesen Einnahmen keinen steuerlichen Gewinn erzielen, gilt die Anlage als „Liebhaberei“. Dann liegt keine Gewinnerzielungsabsicht vor, da die Anlage ertragssteuerlich weder als Unternehmen noch als Gewerbebetrieb gilt.

3. Mit welchen Steuerthemen muss ich mich genau beschäftigen?

Im Grunde müssen Sie sich als Photovoltaik-Betreiber mit der Frage beschäftigen, ob Ihre Anlage ertrags- und/oder umsatzsteuerpflichtig ist. Die beiden Steuerarten müssen dabei scharf voneinander abgegrenzt werden, denn: Wer Gewinne erzielt, die ertragssteuerlich versteuert werden müssen, muss nicht auch unbedingt umsatzsteuerpflichtig sein. Umgekehrt kann man jedoch auch umsatzsteuerpflichtig sein, wenn man ertragssteuerlich keine Gewinnerzielungsabsicht hat. Da die Photovoltaik-Anlage, wie zu Beginn erklärt, vom Finanzamt grundsätzlich als Gewerbebetrieb angesehen wird, ist zudem die Gewerbesteuer zu beachten. Das gilt jedoch nur, wenn der jährliche zu versteuernde Gewinn über 24.500 € liegt. Dieser Wert wird bei privaten Anlagen in der Regel nicht erreicht, ist aber bei weiteren Einkünften aus selbstständigen Tätigkeiten zu berücksichtigen. Bei der Gewerbesteuer gilt die Summe aller Umsätze aus selbständiger Tätigkeit. Als letzte Steuerart ist die Bauabzugssteuer zu beachten, die jedoch nur für Anlagen relevant ist, die ertragssteuerlich ein Unternehmen darstellen. Lässt sich der Betreiber vom Installateur eine Freistellungsbescheinigung ausstellen, ist die letzte Hürde genommen.

4. Photovoltaik-Anlage ohne Finanzamt

Handelt es sich bei Ihrer Photovoltaik-Anlage um Liebhaberei, können Sie sich die jährliche Steuererklärung durch einige Tipps sparen. Sie müssen dem Finanzamt in jedem Fall durch eine Berechnung nachweisen, dass bei der betriebenen Anlage keine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt. Dokumentieren Sie dafür Ihre Berechnungen genau und legen Sie sie in Ihren Unterlagen ab. Im sichersten Fall suchen Sie sich dafür einen Steuerberater, der sich nachweislich durch Qualifikationen mit Photovoltaik im Steuerrecht auskennt. Mit diesem werden Sie eine qualifizierte Berechnung erstellen, die als Grundlage für das Finanzamt dient. Nach dem Gesetz sind Sie nämlich dazu verpflichtet, Kontakt mit dem Finanzamt aufzunehmen, wenn Sie eine neue Anlage in Betrieb nehmen. Das gilt unabhängig davon, ob Sie darauffolgend eine Steuerklärung machen müssen oder nicht. Um wirklich ohne Finanzamt auszukommen, muss neben dem Nachweis der ertragssteuerlichen Liebhaberei auch die Umsatzsteuer betrachtet werden.

5. Umsatzsteuer oder Kleinunternehmerregelung?

Wenn man als Betreiber einer Photovoltaikanlage geringere jährliche Einnahmen von 17.500 € nachweist, kann man sich für die Kleinunternehmerregelung entscheiden und ist damit nicht umsatzsteuerpflichtig. Zu beachten ist hierbei, dass es sich bei der Grenze um die Summe aller Einnahmen aus selbstständiger Arbeit handelt, was vor allem die Anlagenbetreiber betrifft, die neben der Photovoltaikanlage noch weitere Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit beziehen. Wer sich nach der Registrierung der Anlage nicht rechtzeitig beim Finanzamt meldet, wählt automatisch die Kleinunternehmerregelung.

© pv magazine

Wenn Sie sich für mehr Informationen rund um PV und Steuern interessieren, finden Sie diese bei der Steuerkolumne von Thomas Seltmann unter: https://www.pv-magazine.de/themen/steuertipps/.

Dort beantwortet der Photovoltaik-Experte regelmäßig aktuelle Fragen zur steuerlichen Behandlung von Photovoltaik-Anlagen. Weitere hilfreiche Informationen rund um Solarenergie bietet Solar Cluster Baden-Württemberg unter: https://solarcluster-bw.de/de/.